Förderung Heizungstausch Österreich 2026: Alle Zuschüsse im Überblick
Raus aus Öl und Gas, Sanierungsoffensive, Landesförderungen: Welche Zuschüsse gibt es 2026 für den Heizungstausch in Österreich? Beträge, Voraussetzungen und Antragsweg.
Der Heizungstausch ist in Österreich so stark gefördert wie in kaum einem anderen europäischen Land. Wer seine alte Öl- oder Gasheizung gegen ein erneuerbares System tauscht, kann 2026 mit Zuschüssen von bis zu 7.500 Euro rechnen — in manchen Bundesländern sogar mit deutlich mehr, wenn Landesförderungen dazukommen. Dieser Ratgeber erklärt dir alle verfügbaren Fördertöpfe, die Voraussetzungen und den genauen Antragsweg.
Der politische Rahmen: Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG)
Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz ist das zentrale Regelwerk für den Ausstieg aus fossilen Heizsystemen in Österreich. Die wichtigsten Eckpunkte:
- Ab 2025 dürfen in Neubauten keine Gasheizungen mehr eingebaut werden.
- Ab 2035 müssen alle Ölheizungen stillgelegt sein.
- Ab 2040 folgt das endgültige Aus für Gasheizungen.
Für bestehende Anlagen gelten Übergangsfristen. Wer seine fossile Heizung jetzt freiwillig tauscht, profitiert von der besten Förderkulisse — denn die Zuschüsse sind an die Tauschbereitschaft in der Frühphase gekoppelt und können in den kommenden Jahren sinken.
Bundesförderung: Raus aus Öl und Gas 2026
Das Herzstück der österreichischen Heizungsförderung ist die Aktion „Raus aus Öl und Gas”, die vom Klimaschutzministerium über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) abgewickelt wird.
Förderhöhe für private Haushalte
| Maßnahme | Förderbetrag |
|---|---|
| Tausch einer Ölheizung gegen Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme | bis zu 7.500 Euro |
| Tausch einer Gasheizung gegen Wärmepumpe, Pellets oder Fernwärme | bis zu 7.500 Euro |
| Tausch einer fossilen Heizung gegen Nahwärme/Fernwärme-Anschluss | bis zu 7.500 Euro |
| Tausch einer alten Holzheizung gegen eine moderne Biomasseheizung | bis zu 7.500 Euro |
Für einkommensschwache Haushalte (unter bestimmten Nettoeinkommensgrenzen) gibt es einen Zuschlag von bis zu 100 Prozent — der Förderbetrag kann also auf bis zu 15.000 Euro steigen.
Voraussetzungen
- Das Gebäude muss älter als 20 Jahre sein (Baubewilligung vor 2006).
- Die bestehende Heizung muss tatsächlich fossil betrieben sein (Nachweis durch letzte Heizkostenabrechnung oder Rauchfangkehrer-Befund).
- Die neue Heizung muss von einem befugten Installateur fachgerecht eingebaut werden.
- Der Antrag muss vor Beauftragung des Installateurs gestellt werden — nachträgliche Anträge werden nicht akzeptiert.
So stellst du den Antrag
- Energieberatung einholen: In den meisten Bundesländern ist eine Energieberatung Pflicht oder empfohlen, bevor du eine Förderung beantragst. Die Landesenergieberatung ist in der Regel kostenlos.
- Online-Registrierung: Registriere dich auf der Plattform der KPC unter umweltfoerderung.at. Du erhältst eine Registrierungsbestätigung.
- Installateur beauftragen: Erst nach der Registrierung darfst du den Installateur beauftragen und mit der Umsetzung beginnen.
- Umsetzung und Rechnung: Lass die Heizung von einem befugten Installateur einbauen und sammle alle Rechnungen.
- Endabrechnung einreichen: Lade die Rechnungen, den Befund des Rauchfangkehrers und die Inbetriebnahme-Bestätigung auf der KPC-Plattform hoch.
- Auszahlung: Die Förderung wird nach Prüfung direkt auf dein Konto überwiesen — in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Wochen.
Sanierungsoffensive 2026 für Betriebe
Für Unternehmen, Vereine und konfessionelle Einrichtungen gibt es die Sanierungsoffensive, die den Heizungstausch in Betriebsgebäuden fördert. Die Förderhöhe berechnet sich hier nach den förderfähigen Investitionskosten:
- Biomasse-Heizung: bis zu 35 Prozent der Investitionskosten
- Wärmepumpe: bis zu 35 Prozent der Investitionskosten
- Fernwärme-Anschluss: bis zu 35 Prozent der Investitionskosten
- Zuschlag für KMU: 10 Prozent zusätzlich
Die maximale Förderhöhe liegt bei 50.000 Euro pro Betriebsstandort. Die Abwicklung erfolgt ebenfalls über die KPC.
Landesförderungen: So viel gibt es in deinem Bundesland
Zusätzlich zur Bundesförderung bieten die meisten Bundesländer eigene Förderprogramme an. Diese sind mit der Bundesförderung kombinierbar, sodass sich die Gesamtförderung deutlich erhöht.
Wien
Die Stadt Wien fördert den Heizungstausch mit dem Programm „Raus aus Gas”. Für den Umstieg von einer Gasheizung auf ein erneuerbares System gibt es einen Zuschuss von bis zu 5.000 Euro zusätzlich zur Bundesförderung. In Summe sind für Wiener Haushalte also bis zu 12.500 Euro möglich.
Niederösterreich
Das Land NÖ bietet über die NÖ Wohnbauförderung einen Zuschlag von bis zu 4.000 Euro für den Heizungstausch. Zusätzlich gibt es ein eigenes Förderprogramm für die Umstellung von Gasthermen in Mehrfamilienhäusern.
Steiermark
Die Steiermark fördert den Heizungstausch mit bis zu 3.500 Euro über den Ökoförderungsfonds. Besonders attraktiv: Es gibt einen Bonus für die Kombination mit einer thermischen Solaranlage.
Oberösterreich
In Oberösterreich stehen bis zu 3.000 Euro Landesförderung für den Heizungstausch zur Verfügung. OÖ bietet außerdem einen Zuschuss für die Entsorgung von Öltanks (bis zu 500 Euro).
Weitere Bundesländer
Auch Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Burgenland und Kärnten haben eigene Förderprogramme mit Zuschüssen zwischen 1.500 und 4.000 Euro. Die genauen Beträge und Konditionen ändern sich jährlich — informiere dich bei der Landesenergieberatung deines Bundeslandes.
Welche Heizung ist die richtige Alternative?
Wärmepumpe
Die mit Abstand beliebteste Alternative in Österreich. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet komplett installiert zwischen 20.000 und 35.000 Euro. Nach Abzug der Bundesförderung (7.500 Euro) und einer typischen Landesförderung (3.000 bis 5.000 Euro) bleiben 10.000 bis 24.000 Euro Eigenanteil.
Laufende Kosten: Bei einer Jahresarbeitszahl von 3,5 und einem Strompreis von 25 Cent/kWh liegen die Heizkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus bei 800 bis 1.200 Euro pro Jahr — deutlich günstiger als Gas (1.400 bis 2.000 Euro) oder Öl (1.800 bis 2.500 Euro).
Pelletsheizung
Eine vollautomatische Pelletsheizung kostet installiert 18.000 bis 28.000 Euro. Der Vorteil: Sie funktioniert auch in schlecht gedämmten Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen zuverlässig. Der Nachteil: Du brauchst einen Lagerraum für die Pellets.
Fernwärmeanschluss
Wenn ein Fernwärmenetz verfügbar ist, kann der Anschluss die einfachste Lösung sein. Die Anschlusskosten liegen bei 8.000 bis 15.000 Euro — nach Förderung oft nur 3.000 bis 7.000 Euro. Die laufenden Kosten hängen vom örtlichen Tarif ab.
Nutze unseren Heizungstausch Kostenrechner, um die Kosten für dein konkretes Projekt zu berechnen.
Schritt-für-Schritt: Heizungstausch in Österreich
- Bestandsaufnahme: Welche Heizung hast du? Wie alt ist sie? Wie ist der Dämmzustand des Hauses? Diese Informationen brauchst du für die Energieberatung.
- Energieberatung: Nutze die kostenlose Landesenergieberatung. Sie hilft dir, das passende System zu wählen und prüft, ob weitere Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sind.
- Förderantrag stellen: Registriere dich bei der KPC (Bundesförderung) und beim jeweiligen Landesförderprogramm. Achte darauf, den Antrag vor dem Kauf zu stellen.
- Angebote einholen: Hole mindestens drei Angebote von befugten Installateuren ein. Achte auf Meisterbetriebe mit Erfahrung im Bereich Wärmepumpen oder Biomasse.
- Installateur beauftragen: Erst nach Registrierungsbestätigung der KPC.
- Installation und Inbetriebnahme: Der Installateur baut die neue Heizung ein, der Rauchfangkehrer nimmt die Anlage ab.
- Endabrechnung einreichen: Rechnungen und Nachweise hochladen — Förderung wird ausgezahlt.
Häufige Fragen zur Heizungsförderung in Österreich
Kann ich die Förderung auch für eine Wohnung in einem Mehrparteienhaus beantragen? Ja, wenn du Eigentümer der Wohnung bist und die Heizung individuell tauschst (z. B. von einer Gastherme auf eine Wärmepumpe). Bei zentralen Heizungsanlagen muss die Eigentümergemeinschaft den Antrag gemeinsam stellen. Die Förderung wird dann auf alle Wohneinheiten aufgeteilt.
Was passiert, wenn meine Ölheizung während der Antragstellung kaputt geht? Du kannst die Heizung trotzdem tauschen und die Förderung beantragen. Achte aber darauf, die KPC-Registrierung so schnell wie möglich abzuschließen. Im Notfall gibt es ein Härtefallverfahren, das eine nachträgliche Registrierung unter bestimmten Bedingungen ermöglicht.
Kann ich die Förderung mit dem steuerlichen Absetzbetrag kombinieren? Die Förderung ist nicht einkommensteuerpflichtig. Die geförderten Kosten können allerdings nicht zusätzlich als Sonderausgaben oder Werbungskosten geltend gemacht werden — nur der Eigenanteil, der nicht gefördert wurde, ist steuerlich relevant.
Wie lange dauert die Auszahlung? Erfahrungsgemäß dauert die Auszahlung nach Einreichung der Endabrechnung 6 bis 12 Wochen. In Spitzenzeiten (Herbst/Winter) kann es auch etwas länger dauern.
Was ist mit Förderung für den Heizkörpertausch? Der Tausch von Heizkörpern ist als Begleitmaßnahme zum Heizungstausch förderfähig. Wenn du im Rahmen des Wärmepumpen-Einbaus einzelne Radiatoren gegen Niedertemperatur-Heizkörper tauschst, kannst du diese Kosten in der Endabrechnung mit einreichen.
Häufige Fehler bei der Antragstellung
- Zu spät registriert: Wer den Installateur beauftragt, bevor die KPC-Registrierung abgeschlossen ist, verliert den Förderanspruch.
- Falsche Heizung gewählt: Nicht jede Biomasseheizung ist förderfähig. Achte auf die Emissionsgrenzwerte und die Liste der förderfähigen Geräte auf umweltfoerderung.at.
- Landesförderung vergessen: Viele Haushalte beantragen nur die Bundesförderung und verschenken die Landesförderung, die oft automatisch kombinierbar ist.
- Fristen nicht beachtet: Die Endabrechnung muss innerhalb von 12 Monaten nach Registrierung eingereicht werden.
Den richtigen Installateur finden
Ein qualifizierter Installateur ist die Grundlage für eine funktionierende neue Heizung und eine reibungslose Förderabwicklung. Achte auf:
- Befugter Installateur: In Österreich braucht dein Installateur eine aufrechte Gewerbeberechtigung für Gas- und Sanitärtechnik oder Heizungstechnik.
- Erfahrung mit der gewählten Technologie: Wer bisher nur Gasthermen eingebaut hat, ist nicht automatisch der beste Wärmepumpen-Installateur.
- Förderabwicklung inklusive: Viele Installationsbetriebe unterstützen bei der Förderabwicklung — frag aktiv danach.
- Referenzen in der Region: Ein Betrieb, der in deiner Umgebung bereits zahlreiche Heizungstausch-Projekte umgesetzt hat, kennt die lokalen Gegebenheiten.
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- Installateur in Wien finden
- Installateur in Graz finden
- Installateur in Linz finden
- Installateur in Salzburg finden
- Installateur in Innsbruck finden
Fazit
2026 ist der ideale Zeitpunkt für den Heizungstausch in Österreich: Die Förderlandschaft ist so attraktiv wie nie, die Technologien ausgereift und die Installateure gut verfügbar. Wer jetzt handelt, spart sich nicht nur die steigenden fossilen Energiekosten, sondern sichert sich Zuschüsse, die in den kommenden Jahren sinken könnten. Der wichtigste Schritt: Registriere dich bei der KPC, bevor du deinen Installateur beauftragst — damit sicherst du dir den Förderanspruch.
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