Energie & Heizung · · 8 Min. Lesezeit

Photovoltaik Förderung 2026: Zuschüsse in Österreich und Deutschland

EAG-Zuschuss, KfW 270, Einspeisevergütung: Alle PV-Förderungen 2026 für Österreich und Deutschland im Vergleich. Kosten, ROI und Antragsweg.

Photovoltaik ist 2026 eine der wirtschaftlichsten Investitionen für Eigenheimbesitzer — in Österreich wie in Deutschland. Beide Länder fördern die Installation von Solaranlagen, allerdings mit völlig unterschiedlichen Programmen und Mechanismen. Dieser Ratgeber vergleicht die Förderlandschaft beider Länder, zeigt dir die konkreten Beträge und rechnet vor, ab wann sich deine Anlage amortisiert.

Was kostet eine PV-Anlage 2026?

Bevor wir über Förderungen sprechen, ein Blick auf die aktuellen Preise. Die Modulpreise sind in den letzten Jahren stark gesunken, sodass eine schlüsselfertige Anlage 2026 günstiger ist als je zuvor:

AnlagengrößeOhne SpeicherMit Speicher (10 kWh)
5 kWp7.000 bis 11.000 Euro14.000 bis 18.000 Euro
8 kWp11.000 bis 16.000 Euro18.000 bis 23.000 Euro
10 kWp13.000 bis 19.000 Euro20.000 bis 26.000 Euro
15 kWp18.000 bis 26.000 Euro25.000 bis 33.000 Euro

Diese Preise beinhalten Module, Wechselrichter, Montagesystem, Installation, Inbetriebnahme und Netzanmeldung. Die tatsächlichen Kosten hängen von Dachtyp, Ausrichtung und regionaler Preislage ab.

Nutze unseren Photovoltaik Kostenrechner, um die Kosten für dein konkretes Dach zu berechnen.

Photovoltaik-Förderung in Österreich

EAG-Investitionszuschuss

Die zentrale Förderung für Photovoltaik in Österreich ist der Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG). Die Abwicklung läuft über die Abwicklungsstelle OeMAG (Österreichs Marktprämienabwicklungsstelle für Ökostrom).

Förderhöhe 2026:

  • Anlagen bis 10 kWp: 285 Euro pro kWp
  • Anlagen von 10 bis 20 kWp: 250 Euro pro kWp für den Anlagenteil über 10 kWp

Für eine typische 10 kWp-Anlage ergibt sich ein Zuschuss von 2.850 Euro. Bei einer 15 kWp-Anlage sind es 2.850 Euro + 1.250 Euro = 4.100 Euro.

Speicherförderung

Zusätzlich zur Anlagenförderung gibt es einen Zuschuss für Stromspeicher:

  • 200 Euro pro kWh Speicherkapazität
  • Maximal förderfähig: 50 kWh

Für einen typischen 10 kWh-Speicher erhältst du also 2.000 Euro Zuschuss.

Antragsverfahren in Österreich

Die EAG-Förderung wird in Fördercalls vergeben. Die OeMAG schreibt mehrmals im Jahr Budget aus, und die Anträge werden nach dem Einreichzeitpunkt gereiht. So funktioniert es:

  1. Fördercall abwarten: Die OeMAG kündigt Förderfenster an. Innerhalb des Fensters kannst du deinen Antrag einreichen.
  2. Online-Antrag stellen: Über das OeMAG-Portal reichst du den Antrag ein. Du brauchst ein konkretes Angebot eines Installateurs, aber noch keinen abgeschlossenen Vertrag.
  3. Förderzusage: Nach Reihung und Prüfung erhältst du die Zusage.
  4. Installation durchführen: Du hast in der Regel 12 Monate Zeit für die Umsetzung.
  5. Endabrechnung: Rechnungen und Inbetriebnahme-Protokoll hochladen.

Landesförderungen in Österreich

Einige Bundesländer bieten zusätzliche PV-Förderungen:

  • Wien: Die Stadt fördert PV-Anlagen auf Wohngebäuden mit bis zu 250 Euro pro kWp zusätzlich.
  • Niederösterreich: Zuschüsse über die NÖ Wohnbauförderung, vor allem bei Kombination mit thermischer Sanierung.
  • Salzburg: Eigene Landesförderung für PV und Speicher, abhängig vom Standort.

Die Landesförderungen sind in der Regel mit der Bundesförderung kombinierbar.

Steuerliche Vorteile in Österreich

Seit 2024 gilt in Österreich der Nullsteuersatz auf PV-Module bis 35 kWp: Beim Kauf der Module fällt keine Umsatzsteuer an. Das senkt die Anschaffungskosten um weitere 15 bis 20 Prozent. Der Nullsteuersatz gilt für die Module selbst — Installation und Montage unterliegen weiterhin der regulären Umsatzsteuer.

Photovoltaik-Förderung in Deutschland

KfW 270: Erneuerbare Energien – Standard

In Deutschland gibt es keinen direkten Investitionszuschuss für PV-Anlagen auf Wohngebäuden. Die zentrale Förderung läuft über den zinsgünstigen Kredit KfW 270:

  • Kreditbetrag bis zu 150 Millionen Euro (also faktisch unbegrenzt für private Anlagen)
  • Zinssatz unter Marktniveau (variiert nach Laufzeit und Bonität)
  • Laufzeiten von 5 bis 30 Jahren
  • Tilgungsfreie Anlaufjahre möglich

Der KfW 270 ist attraktiv, wenn du die Anlage finanzieren möchtest. Wer die Anlage aus Eigenkapital bezahlt, hat von diesem Programm keinen direkten Vorteil.

EEG-Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die wichtigste indirekte Förderung in Deutschland. Sie garantiert dir für 20 Jahre einen festen Preis für jede eingespeiste Kilowattstunde:

AnlagengrößeEinspeisevergütung 2026 (ca.)
Bis 10 kWp8,0 Cent/kWh
10 bis 40 kWp6,9 Cent/kWh

Die Vergütungssätze werden halbjährlich degressiv gekürzt. Wer früher installiert, sichert sich den höheren Satz für die gesamte Laufzeit von 20 Jahren.

Steuerbefreiung in Deutschland

Seit 2023 sind PV-Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern komplett einkommensteuerfrei — sowohl die Einspeisevergütung als auch der Eigenverbrauch. Zusätzlich gilt der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer für die Lieferung und Installation von PV-Modulen bis 30 kWp.

Kommunale Förderungen in Deutschland

Viele Städte und Landkreise bieten eigene PV-Förderprogramme an. Einige Beispiele:

  • München: Zuschüsse für PV-Anlagen und Speicher über das Förderprogramm Klimaneutralität
  • Berlin: Förderprogramm SolarPLUS für Speicher und Dacheignungsgutachten
  • NRW: Progres.NRW mit Speicherförderung

Die kommunalen Programme ändern sich häufig und sind oft budgetbegrenzt. Prüfe die Förderdatenbank deiner Stadt oder deines Bundeslandes.

ROI-Berechnung: Wann amortisiert sich die Anlage?

Eine Beispielrechnung für eine typische 10 kWp-Anlage mit Speicher:

Österreich

  • Anlagenkosten: 20.000 Euro (10 kWp + 10 kWh Speicher)
  • Abzüglich EAG-Zuschuss Anlage: -2.850 Euro
  • Abzüglich EAG-Zuschuss Speicher: -2.000 Euro
  • Abzüglich USt-Ersparnis Module: ca. -1.500 Euro
  • Effektive Kosten: ca. 13.650 Euro
  • Jährliche Ersparnis (Eigenverbrauch + Einspeisung): ca. 1.800 bis 2.200 Euro
  • Amortisation: ca. 6 bis 8 Jahre

Deutschland

  • Anlagenkosten: 20.000 Euro (10 kWp + 10 kWh Speicher, bereits netto durch USt-Befreiung)
  • Keine direkte Investitionsförderung
  • Effektive Kosten: ca. 20.000 Euro (abzüglich kommunaler Förderung, falls vorhanden)
  • Jährliche Ersparnis (Eigenverbrauch + Einspeisevergütung): ca. 2.000 bis 2.500 Euro
  • Amortisation: ca. 8 bis 10 Jahre

Über die Gesamtlaufzeit von 25 bis 30 Jahren erzeugt eine PV-Anlage in beiden Ländern einen Netto-Gewinn von 25.000 bis 40.000 Euro — je nach Strompreisentwicklung und Eigenverbrauchsquote.

Die richtigen Betriebe finden

Für eine PV-Installation brauchst du zwei Handwerker:

Elektriker

Der Elektriker ist der zentrale Akteur: Er installiert den Wechselrichter, die Verkabelung, passt den Zählerschrank an und meldet die Anlage beim Netzbetreiber an. Achte auf:

  • Meisterbetrieb mit PV-Erfahrung
  • Herstellerzertifizierungen (Fronius, SMA, SolarEdge, Huawei)
  • Vollständiges Angebot inklusive Netzanmeldung und Inbetriebnahme

Dachdecker

Bei größeren Anlagen, steilen Dächern oder Sonderkonstruktionen sollte ein Dachdecker die Unterkonstruktion montieren und die Dachdurchdringungen fachgerecht abdichten. Besonders wichtig bei:

  • Flachdächern mit Aufständerung
  • Dächern, die gleichzeitig saniert werden
  • Denkmalgeschützten Gebäuden

Auf MeinHandwerker findest du geprüfte Elektriker und Dachdecker mit PV-Erfahrung in deiner Region:

Österreich:

Deutschland:

Fazit

Photovoltaik lohnt sich 2026 in beiden Ländern — aber die Förderwege sind grundverschieden. In Österreich profitierst du von einem direkten Investitionszuschuss (EAG) und dem Umsatzsteuer-Nullsteuersatz auf Module. In Deutschland gibt es zwar keinen direkten Zuschuss, dafür aber die 20-jährige Einspeisevergütung, komplette Einkommensteuerfreiheit und den zinsgünstigen KfW-Kredit. In beiden Fällen liegt die Amortisation bei unter 10 Jahren — und über die Gesamtlaufzeit verdienst du an deiner Anlage deutlich mehr, als du investiert hast.

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