Energie & Heizung · · 7 Min. Lesezeit

Sanierungsförderung Österreich 2026: Fenster, Dämmung & Dach

Sanierungscheck, thermische Sanierung, Fenstertausch: Welche Förderungen gibt es 2026 in Österreich? Beträge bis 14.000 Euro, Voraussetzungen und Antragsweg.

Die thermische Sanierung ist neben dem Heizungstausch der zweite große Hebel, um Energiekosten zu senken und den Wert einer Immobilie zu steigern. Österreich fördert 2026 umfassende Sanierungen mit bis zu 14.000 Euro Zuschuss — und wer die Sanierung mit einem Heizungstausch kombiniert, kann die Fördertöpfe sogar stapeln. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Maßnahmen gefördert werden, wie hoch die Zuschüsse ausfallen und wie du den Antrag stellst.

Der Sanierungscheck 2026

Das Herzstück der österreichischen Sanierungsförderung ist der Sanierungscheck, der über die Kommunalkredit Public Consulting (KPC) abgewickelt wird. Er fördert die thermische Sanierung von Wohngebäuden, die älter als 20 Jahre sind.

Förderhöhe

MaßnahmeFörderbetrag
Umfassende Sanierung (mind. 3 Maßnahmen aus Dämmung, Fenster, Dach)bis zu 14.000 Euro
Einzelmaßnahme Dämmung (Fassade oder oberste Geschoßdecke)bis zu 6.000 Euro
Einzelmaßnahme Fenstertauschbis zu 6.000 Euro
Einzelmaßnahme Dachsanierung (mit Wärmedämmung)bis zu 6.000 Euro

Für einkommensschwache Haushalte gibt es auch hier einen Zuschlag von bis zu 100 Prozent — die Fördersumme kann sich also verdoppeln.

Voraussetzungen

  • Das Gebäude muss älter als 20 Jahre sein.
  • Die Sanierung muss eine messbare Verbesserung des Heizwärmebedarfs bringen (Nachweis über den Energieausweis vorher/nachher).
  • Die Arbeiten müssen von befugten Handwerkern durchgeführt werden.
  • Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
  • Die verwendeten Materialien müssen bestimmte U-Wert-Mindeststandards einhalten.

Geförderte Sanierungsmaßnahmen im Detail

Fassadendämmung

Die Fassadendämmung ist die wirkungsvollste Einzelmaßnahme: Sie kann den Heizwärmebedarf um 25 bis 40 Prozent senken. Gefördert werden:

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Polystyrol oder Mineralwolle auf der Außenwand, mit Putz und Anstrich. Kosten: 120 bis 200 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche.
  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade: Elegantere Lösung mit Holz, Faserzement oder Metall. Kosten: 180 bis 300 Euro pro Quadratmeter.
  • Innendämmung: Wenn die Fassade unter Denkmalschutz steht. Kosten: 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, aber geringere Wirkung.

Der U-Wert der gedämmten Wand muss unter 0,20 W/(m2K) liegen, um förderfähig zu sein.

Wer macht das? Fassadendämmung wird typischerweise vom Maurer oder Maler/Verputzer ausgeführt. Bei Holzfassaden kommt der Zimmerer ins Spiel.

Fenstertausch

Alte Fenster mit Einfach- oder Zweifachverglasung sind massive Wärmebrücken. Der Tausch auf moderne Dreifachverglasung ist eine der Maßnahmen mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis.

  • Kunststofffenster mit Dreifachverglasung: 500 bis 800 Euro pro Fenster, installiert
  • Holzfenster mit Dreifachverglasung: 700 bis 1.100 Euro pro Fenster
  • Holz-Alu-Fenster mit Dreifachverglasung: 900 bis 1.400 Euro pro Fenster

Der U-Wert des gesamten Fensters (Uw) muss unter 0,90 W/(m2K) liegen.

Wer macht das? Fenstertausch wird vom Glaser oder Tischler durchgeführt, oft in Zusammenarbeit mit dem Maurer für die Anschlussarbeiten.

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Dachsanierung und Dachbodendämmung

Das Dach ist der Bereich mit dem höchsten Wärmeverlust in vielen Altbauten. Es gibt zwei Ansätze:

  • Dachdämmung (Zwischensparren-, Aufsparren- oder Untersparrendämmung): Kosten 80 bis 200 Euro pro Quadratmeter, je nach Methode.
  • Oberste Geschoßdecke dämmen: Die günstigere Variante, wenn der Dachboden nicht bewohnt wird. Kosten 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter.
  • Komplettsanierung Dach (Neueindeckung + Dämmung): Kosten 150 bis 350 Euro pro Quadratmeter.

Der U-Wert muss unter 0,14 W/(m2K) liegen (Dachfläche) bzw. unter 0,15 W/(m2K) (oberste Geschoßdecke).

Wer macht das? Dachsanierung ist die Domäne des Dachdeckers und Zimmerers.

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Kellerdeckendämmung

Oft unterschätzt, aber wirksam: Die Dämmung der Kellerdecke von unten kostet nur 30 bis 60 Euro pro Quadratmeter und reduziert den Heizwärmebedarf um 5 bis 10 Prozent. Diese Maßnahme ist als Einzelmaßnahme förderfähig und wird vom Maurer oder Trockenbauer ausgeführt.

Landesförderungen für Sanierungen

Zusätzlich zur Bundesförderung bieten die Bundesländer eigene Zuschüsse:

  • Wien: Die MA 25 fördert thermische Sanierungen im Rahmen der Wohnbauförderung. Darlehen und Zuschüsse abhängig vom Sanierungsumfang.
  • Niederösterreich: Eigene Wohnbauförderung mit Zuschüssen für Sanierungsmaßnahmen, gestaffelt nach Verbesserung des Energieausweises.
  • Steiermark: Zuschüsse über den Wohnbauförderungsfonds, besonders attraktiv bei umfassenden Sanierungen.
  • Oberösterreich: Wohnhaussanierungsförderung mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen.

Die Landesförderungen sind in der Regel mit der Bundesförderung kombinierbar. Die genauen Konditionen variieren jährlich — kontaktiere die Wohnbauförderungsstelle deines Bundeslandes.

Kombination mit dem Heizungstausch

Die wirtschaftlich sinnvollste Strategie ist oft die Kombination von thermischer Sanierung und Heizungstausch. Die Vorteile:

  • Heizlast sinkt: Ein gedämmtes Haus braucht eine kleinere (und günstigere) Heizung. Eine Wärmepumpe arbeitet in einem gut gedämmten Gebäude deutlich effizienter.
  • Förderungen stapelbar: Der Sanierungscheck (bis 14.000 Euro) und die Raus-aus-Öl-und-Gas-Förderung (bis 7.500 Euro) sind kombinierbar. Bei Landesförderungen dazu sind in Summe Zuschüsse von über 25.000 Euro möglich.
  • Ein Energieausweis, ein Planer: Wer beides gleichzeitig macht, spart bei der Energieberatung und der Koordination.

Schritt-für-Schritt: Sanierungsförderung beantragen

  1. Energieausweis erstellen lassen: Du brauchst einen aktuellen Energieausweis, um den Ist-Zustand zu dokumentieren. Ein Energieberater erstellt ihn und berät dich zur optimalen Sanierungsstrategie.
  2. Maßnahmen planen: Entscheide, welche Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Bei einer umfassenden Sanierung (3 oder mehr Maßnahmen) erhältst du die höchste Förderung.
  3. Online-Registrierung bei der KPC: Registriere dich auf umweltfoerderung.at — unbedingt vor Beauftragung der Handwerker.
  4. Angebote einholen: Hole mindestens drei Angebote von qualifizierten Betrieben ein. Achte auf Meisterbetriebe mit Sanierungserfahrung.
  5. Handwerker beauftragen: Erst nach Registrierungsbestätigung.
  6. Sanierung durchführen: Koordiniere die verschiedenen Gewerke — bei einer umfassenden Sanierung sind oft Dachdecker, Zimmerer, Glaser und Maurer gleichzeitig oder nacheinander im Einsatz.
  7. Energieausweis NEU erstellen lassen: Nach der Sanierung dokumentiert ein neuer Energieausweis die Verbesserung.
  8. Endabrechnung einreichen: Rechnungen und beide Energieausweise bei der KPC hochladen.

Die richtigen Handwerker finden

Eine Sanierung ist ein Zusammenspiel mehrerer Gewerke. Auf MeinHandwerker findest du alle relevanten Betriebe mit echten Bewertungen:

Fazit

Die Sanierungsförderung in Österreich macht 2026 auch größere Sanierungsprojekte leistbar: Bis zu 14.000 Euro Bundeszuschuss plus Landesförderung decken einen erheblichen Teil der Kosten. Der Schlüssel liegt in der richtigen Reihenfolge: Zuerst die Energieberatung, dann die KPC-Registrierung, dann die Handwerker. Wer Sanierung und Heizungstausch kombiniert, spart doppelt — bei den Förderungen und bei den laufenden Energiekosten.

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