Was kostet ein Elektriker? Preise und Stundensätze 2026
Detaillierter Preisüberblick für Elektriker-Leistungen in Deutschland. Stundensätze, typische Auftragskosten und wie du Angebote richtig vergleichst.
Du planst eine Elektroinstallation oder brauchst einen Elektriker für eine Reparatur und fragst dich, mit welchen Kosten du rechnen musst? Die Preise für Elektriker-Leistungen variieren je nach Region, Qualifikation und Auftragsumfang deutlich. In diesem Ratgeber findest du alle relevanten Kostenpunkte, Richtwerte und Tipps, wie du die Preise fair vergleichen kannst.
Stundensatz: Was kostet ein Elektriker pro Stunde?
Der Stundensatz eines Elektrikers liegt in Deutschland im Jahr 2026 typischerweise zwischen 55 und 95 Euro netto. Meisterbetriebe berechnen häufig zwischen 75 und 95 Euro, während reine Gesellenbetriebe oder Kleinstbetriebe oft günstiger arbeiten. Zum Stundensatz kommt die Umsatzsteuer von 19 Prozent hinzu.
Wichtig: Der reine Arbeitslohn ist nur ein Teil der Rechnung. Dazu kommen:
- Anfahrtskosten: 30 bis 80 Euro pauschal oder ein Kilometersatz von 0,80 bis 1,50 Euro pro gefahrenem Kilometer
- Material: Je nach Auftrag deutlich variabel, vom Kabelmeter bis zum kompletten Verteilerschrank
- Rüstzeiten: Werkzeug vorbereiten, Baustelle absichern — wird oft abgerechnet
- Dokumentation und Messprotokolle: Bei VDE-Abnahmen üblich, meist 80 bis 150 Euro pauschal
Regionale Unterschiede
In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Stundensätze im Schnitt 10 bis 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Ländliche Regionen und Ostdeutschland sind oft günstiger.
Typische Auftragskosten im Überblick
Die folgenden Richtwerte gelten für durchschnittliche Wohnungen und Einfamilienhäuser. Materialpreise und Komplexität können die Kosten deutlich verändern.
Steckdose setzen oder verlegen
Eine einzelne Steckdose zu setzen kostet inklusive Material ab 45 Euro. Muss die Elektrik erst freigelegt, gestemmt und verputzt werden, sind 120 bis 200 Euro realistisch. Bei mehreren Steckdosen pro Raum sinkt der Einzelpreis deutlich.
Sicherungskasten erneuern
Der Austausch eines Sicherungskastens inklusive FI-Schutzschalter kostet zwischen 600 und 1.600 Euro. Je nach Alter der bestehenden Anlage, Anzahl der Stromkreise und regionaler Preisstruktur. Wird gleichzeitig die Hauptleitung modernisiert, steigt der Preis entsprechend.
Komplette Elektroinstallation im Neubau
Bei einem Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern liegen die Gesamtkosten für die Elektroinstallation zwischen 8.000 und 18.000 Euro. Das entspricht etwa 65 bis 130 Euro pro Quadratmeter. Smart-Home-Komponenten, KNX-Bus oder hochwertige Markenschalter erhöhen den Preis spürbar.
Photovoltaik-Anschluss
Die reine elektrische Anbindung einer Photovoltaik-Anlage durch den Elektriker kostet ab 800 Euro. Inklusive Wechselrichter-Integration, Zähleranpassung und Anmeldung beim Netzbetreiber sind 1.500 bis 3.500 Euro realistisch.
So vergleichst du Angebote richtig
Viele Hausbesitzer holen sich nur ein Angebot ein — und zahlen dadurch oft mehr, als nötig wäre. Hole dir immer mindestens drei Angebote und achte dabei nicht nur auf die Gesamtsumme:
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Detaillierte Positionen: Ein seriöses Angebot listet jede Position einzeln auf — Arbeitszeit, Material, Anfahrt, Nebenkosten. Wenn ein Pauschalpreis ohne Aufschlüsselung angeboten wird, fordere die Details nach.
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Qualifikation des Betriebs: Ist der Betrieb in der Handwerksrolle eingetragen? Ist der Inhaber Meister? Gibt es Referenzen in deiner Region? Der Meisterzwang im Elektroinstallateur-Handwerk ist gesetzlich vorgeschrieben.
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Materialqualität: Bei Schaltern, Steckdosen und Verteilern gibt es große Qualitätsunterschiede. Markenware von Gira, Jung, Berker oder Busch-Jaeger ist teurer, aber deutlich langlebiger als Baumarkt-Ware.
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Garantie und Gewährleistung: Handwerker müssen zwei Jahre Gewährleistung geben. Gute Betriebe bieten darüber hinaus eine Garantie von drei bis fünf Jahren auf ihre Arbeit an.
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Terminverfügbarkeit: Ein Betrieb, der “morgen anfangen” kann, hat entweder gerade wenig zu tun oder plant unrealistisch. Seriöse Meisterbetriebe sind in der Regel zwei bis sechs Wochen ausgebucht.
Typische Preis-Fallen vermeiden
Achte auf diese häufigen Kostenfallen, die in Angeboten gerne versteckt werden:
- Aufschlag auf Materialkosten: Manche Betriebe rechnen 15 bis 30 Prozent Aufschlag auf den Listenpreis auf. Das ist üblich, aber verhandelbar.
- Anfahrt im Stundensatz versteckt: Frage explizit nach, ob die Anfahrt separat berechnet wird oder im Stundenlohn enthalten ist.
- Überzogene Wegezeiten: Wird die Wegezeit wie Arbeitszeit abgerechnet, kommen schnell 100 Euro zusätzlich zusammen — auch für einen Auftrag, der nur 30 Minuten dauert.
- Notdienst-Aufschläge: Außerhalb der Geschäftszeiten kommen Zuschläge von 50 bis 100 Prozent. Für nicht wirklich dringende Arbeiten solltest du einen regulären Termin buchen.
Förderung nutzen
Für Elektriker-Leistungen im Zusammenhang mit Energetischer Sanierung, Photovoltaik-Speicher oder Wallbox-Installation gibt es verschiedene Förderprogramme von KfW, BAFA und einzelnen Bundesländern. Sprich deinen Elektriker auf diese Möglichkeiten an — gute Betriebe kennen die aktuellen Programme und helfen bei der Antragstellung.
Die Handwerkerrechnung steuerlich absetzen ist ebenfalls möglich: 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr, können bei der Einkommensteuer als haushaltsnahe Handwerkerleistung geltend gemacht werden. Das gilt für Reparaturen und Modernisierungen, nicht für Neubauten.
Fazit: Qualität hat ihren Preis
Ein Elektriker, der deutlich unter dem regionalen Durchschnitt anbietet, ist meistens kein Schnäppchen, sondern ein Risiko. Elektroinstallationen betreffen deine Sicherheit direkt — ein schlecht ausgeführter Sicherungskasten kann im Brandfall über Leben und Tod entscheiden. Achte auf Meisterqualifikation, detaillierte Angebote und eine saubere Dokumentation.
Nutze unseren Elektriker Kostenrechner, um die Kosten für dein Projekt vorab zu berechnen. Auf MeinHandwerker findest du geprüfte Elektriker-Betriebe in deiner Region — mit echten Bewertungen von Kunden und verifizierten Qualifikationen.
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