Fassade streichen: Kosten pro m², Ablauf und Tipps 2026
Was kostet Fassade streichen? Alle Kosten pro m² inkl. Gerüst, Farbvergleich, beste Jahreszeit und wann sich ein WDVS lohnt. Richtwerte für 2026.
Eine frisch gestrichene Fassade wertet jedes Haus optisch auf und schützt das Mauerwerk vor Witterungsschäden. Doch was kostet der Fassadenanstrich wirklich — und wann ist der richtige Zeitpunkt? In diesem Ratgeber findest du alle Kosten pro Quadratmeter, einen Vergleich der gängigsten Fassadenfarben und praktische Tipps, damit dein Fassadenanstrich möglichst lange hält.
Gesamtkosten auf einen Blick
Die Kosten für einen professionellen Fassadenanstrich liegen bei 25 bis 45 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche — inklusive Gerüst, Grundierung, zwei Anstrichen und Abkleben. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 bis 200 Quadratmetern Fassadenfläche ergeben sich Gesamtkosten von 4.000 bis 7.000 Euro.
Die wichtigsten Kostenfaktoren:
| Position | Kosten pro m² | Anteil an Gesamtkosten |
|---|---|---|
| Gerüst (Miete 4–6 Wochen) | 6 – 12 € | ca. 25 % |
| Grundierung | 2 – 4 € | ca. 5 % |
| Fassadenfarbe (2 Anstriche) | 5 – 12 € | ca. 15 % |
| Arbeitslohn Maler | 12 – 20 € | ca. 45 % |
| Abdeckarbeiten, Abkleben | 2 – 4 € | ca. 10 % |
Gerüstkosten separat betrachtet
Das Gerüst ist der größte Nebenposten und wird fast immer separat berechnet. Die Kosten für ein Standgerüst liegen bei 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche, abhängig von Gebäudehöhe, Standzeit und regionaler Preislage. Bei einem Einfamilienhaus mit 170 Quadratmetern Fassadenfläche sind das 1.000 bis 2.000 Euro allein für das Gerüst.
Tipp: Wenn du ohnehin ein Gerüst aufstellen lässt, kombiniere den Fassadenanstrich mit anderen Arbeiten — Dachrinnenreinigung, Fensterbankabdichtung oder Dachinspektionen. So sparst du die zweite Gerüstmiete.
Fassadenfarben im Vergleich
Die Wahl der Fassadenfarbe beeinflusst nicht nur die Optik, sondern auch die Haltbarkeit, Dampfdurchlässigkeit und den Preis. Hier die gängigsten Typen im Vergleich:
Dispersionsfarbe: Der Klassiker
- Preis: 3 bis 5 Euro pro Liter (Qualitätsprodukt)
- Haltbarkeit: 8 bis 12 Jahre
- Vorteile: Günstig, große Farbauswahl, einfach zu verarbeiten
- Nachteile: Geringere Wetterbeständigkeit, kann Algen- und Pilzbefall begünstigen
- Geeignet für: Geschützte Fassaden, Innenhöfe, Garagen
Dispersionsfarben sind die preiswerteste Option und eignen sich gut für Fassaden, die nicht stark dem Wetter ausgesetzt sind. Bei Wetterseiten (West und Nordwest) erreichen sie selten mehr als 8 Jahre Haltbarkeit.
Silikonharzfarbe: Der Allrounder
- Preis: 6 bis 10 Euro pro Liter
- Haltbarkeit: 12 bis 20 Jahre
- Vorteile: Wasserabweisend, dampfdurchlässig, selbstreinigend (Lotuseffekt)
- Nachteile: Teurer als Dispersionsfarbe
- Geeignet für: Die meisten Fassaden, besonders exponierte Lagen
Silikonharzfarbe ist für die Mehrzahl der Einfamilienhäuser die beste Wahl. Sie kombiniert guten Witterungsschutz mit Dampfdurchlässigkeit — das Mauerwerk kann also weiterhin atmen.
Silikatfarbe (Mineralfarbe): Die Langlebige
- Preis: 8 bis 14 Euro pro Liter
- Haltbarkeit: 15 bis 25 Jahre
- Vorteile: Extrem langlebig, mineralisch, verkieselt mit dem Untergrund, pilzhemmend
- Nachteile: Nur auf mineralischen Untergründen (Putz, Beton), eingeschränkte Farbauswahl
- Geeignet für: Denkmalschutz, historische Gebäude, Fassaden mit mineralischem Putz
Silikatfarbe geht eine chemische Verbindung mit dem Untergrund ein (Verkieselung) und hält dadurch am längsten. Die höheren Materialkosten amortisieren sich durch die deutlich längere Lebensdauer.
Welche Farbe für welches Haus?
Für die meisten Einfamilienhäuser empfehlen professionelle Maler Silikonharzfarbe als bestes Preis-Leistungs-Verhältnis. Bei einem Haus mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist Silikonharzfarbe ohnehin Standard, da sie den Putz optimal schützt und gleichzeitig Feuchtigkeit aus der Konstruktion entweichen lässt.
Ablauf: So läuft der Fassadenanstrich ab
Ein professioneller Fassadenanstrich folgt einem festen Ablauf. Maler, die einen dieser Schritte auslassen, liefern keine langlebige Arbeit.
1. Fassade begutachten und vorbereiten
Bevor gestrichen wird, prüft der Maler den Untergrund auf:
- Risse und Abplatzungen: Müssen vor dem Anstrich repariert werden (Kosten: 5 bis 15 Euro pro Meter Riss)
- Algen- und Pilzbefall: Muss mit Biozid behandelt und abgewaschen werden
- Haftfähigkeit: Alte Farbreste, die abblättern, müssen abgekratzt werden
- Feuchtigkeitsschäden: Feuchte Stellen müssen trocknen, bevor gestrichen wird
2. Abdecken und Abkleben
Fenster, Türen, Sockel und Dachvorsprünge werden sorgfältig abgeklebt. Pflasterung, Terrasse und Pflanzen werden mit Folie geschützt. Dieser Schritt dauert bei einem Einfamilienhaus einen halben bis ganzen Arbeitstag.
3. Grundierung auftragen
Die Grundierung (Tiefgrund) sorgt dafür, dass der Untergrund gleichmäßig saugt und die Farbe optimal haftet. Bei stark saugenden Untergründen wird die Grundierung sogar zweimal aufgetragen.
4. Zwei Anstriche auftragen
Der erste Anstrich dient als Grundanstrich und gleicht Farbunterschiede aus. Der zweite Anstrich liefert die finale Deckung und Farbintensität. Zwischen den Anstrichen muss die Farbe mindestens 12 bis 24 Stunden trocknen — je nach Wetterlage auch länger.
Die beste Jahreszeit: Mai bis September
Fassadenanstriche sind wetterabhängig. Die optimalen Bedingungen:
- Temperatur: Zwischen 10 und 30 Grad Celsius — die Farbe muss richtig trocknen können
- Keine direkte Sonneneinstrahlung: Zu schnelles Trocknen verursacht Schlieren und Flecken. Idealerweise befindet sich die Fassade im Schatten.
- Kein Regen: Mindestens 24 Stunden nach dem Anstrich darf es nicht regnen
- Keine Nachtfröste: Temperaturen unter 5 Grad beschädigen die frische Farbe
Die Monate Mai bis September bieten die besten Bedingungen. In dieser Zeit sind Malerbetriebe allerdings gut gebucht — plane zwei bis vier Wochen Vorlauf ein.
WDVS-Option: Wann lohnt sich die Fassadendämmung?
Wenn die Fassade ohnehin gestrichen wird und das Gerüst steht, ist der perfekte Zeitpunkt für eine Wärmedämmung der Außenwand (WDVS — Wärmedämmverbundsystem). Die Zusatzkosten:
- WDVS mit 14 cm Dämmung: 80 bis 140 Euro pro m² zusätzlich zum Anstrich
- Energieersparnis: 15 bis 25 Prozent der Heizkosten
- Amortisation: 10 bis 18 Jahre (ohne Förderung), 7 bis 12 Jahre (mit BAFA-Förderung von 15 %)
Bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Fassadenfläche kostet das WDVS 12.000 bis 21.000 Euro zusätzlich — spart aber langfristig Tausende Euro an Heizkosten. Die BAFA-Förderung reduziert die Investition um bis zu 3.150 Euro.
Ein Malerbetrieb, der auch WDVS-zertifiziert ist, kann beides aus einer Hand anbieten — das spart Koordinationsaufwand und Gerüstkosten.
Wann muss die Fassade gestrichen werden?
Nicht jede Fassade muss sofort gestrichen werden. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass es Zeit wird:
- Kreideeffekt: Wenn du mit der Hand über die Fassade fährst und weißer Abrieb entsteht, ist die Farbe verbraucht
- Sichtbarer Algen- oder Pilzbefall: Grüne oder schwarze Flecken, besonders an der Nordseite
- Abblätternde Farbe: Deutliches Zeichen für Feuchtigkeitsprobleme oder mangelhafte Vorbehandlung beim letzten Anstrich
- Risse im Putz: Risse über 0,2 mm Breite lassen Feuchtigkeit eindringen und müssen saniert werden
- Farbliche Ausbleichung: Intensive Farbtöne verblassen nach 8 bis 15 Jahren merklich
Tipp: Eine gut gewartete Silikonharzfassade hält 15 bis 20 Jahre ohne Neuanstrich. Wer bei der Farbqualität spart, streicht dafür alle 8 Jahre — und zahlt am Ende mehr.
Kosten steuerlich absetzen
Die Arbeitskosten für den Fassadenanstrich sind als haushaltsnahe Handwerkerleistung nach §35a EStG absetzbar: 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Bei Arbeitskosten von 3.000 Euro (ohne Material und Gerüst) ergibt das 600 Euro weniger Steuern.
Voraussetzung: Rechnung mit getrenntem Ausweis von Arbeitskosten und Material, Zahlung per Überweisung.
Fazit: Qualität zahlt sich über Jahrzehnte aus
Ein professioneller Fassadenanstrich für 4.000 bis 7.000 Euro schützt dein Haus für 15 bis 20 Jahre — vorausgesetzt, Untergrund, Farbe und Verarbeitung stimmen. Spare nicht bei der Farbqualität und bestehe auf einer ordentlichen Grundierung. Zwei günstige Anstriche kosten am Ende mehr als ein hochwertiger.
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