Renovierung · · 8 Min. Lesezeit

Wohnung renovieren: Kosten-Übersicht nach Gewerk 2026

Was kostet eine Wohnungsrenovierung? Kosten pro Gewerk aufgeschlüsselt: Maler, Boden, Elektrik, Bad, Küche — mit Praxistipps und Spartipps.

Eine Wohnungsrenovierung kann je nach Umfang zwischen wenigen Tausend und mehreren Zehntausend Euro kosten. Damit du realistisch planen kannst, schlüsseln wir in diesem Ratgeber alle Kosten nach Gewerk auf — von der einfachen Malerarbeit bis zur kompletten Sanierung mit Bad und Küche. Alle Preise beziehen sich auf den deutschen Markt 2026.

Gesamtkosten-Übersicht: Was kostet eine Wohnungsrenovierung?

Als grobe Orientierung für eine 80-Quadratmeter-Wohnung:

RenovierungsumfangKosten
Kosmetische Renovierung (Streichen, Böden aufarbeiten)3.000 - 8.000 Euro
Mittlere Renovierung (+ Böden neu, Elektrik teilweise)10.000 - 20.000 Euro
Komplettrenovierung (+ Bad, Küche, Elektrik)25.000 - 55.000 Euro
Kernsanierung (alles neu, bis auf tragende Struktur)50.000 - 100.000 Euro

Diese Spannen sind bewusst breit: Die tatsächlichen Kosten hängen von der Ausstattungsqualität, dem Zustand des Bestands und der Region ab.

Malerarbeiten: Wände und Decken

Malerarbeiten sind die häufigste und oft günstigste Renovierungsmaßnahme. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung mit etwa 200 Quadratmetern Wandfläche:

  • Wände und Decken weiß streichen: 1.500 bis 3.000 Euro
  • Wände tapezieren (Vliestapete) und streichen: 3.000 bis 5.500 Euro
  • Farbige Gestaltung mit Akzentwänden: 2.000 bis 4.000 Euro
  • Türen und Zargen lackieren (6 Stück): 500 bis 1.000 Euro

Der Quadratmeterpreis für einfaches Wandstreichen liegt bei 6 bis 10 Euro pro m² Wandfläche. Tapezieren kostet 15 bis 30 Euro pro m². Ausführliche Preisdetails findest du in unserem Ratgeber Was kostet ein Maler?.

Spartipp

Möbel selbst rausräumen und Böden abdecken spart 1 bis 2 Arbeitsstunden pro Raum. Bei einer ganzen Wohnung macht das schnell 200 bis 400 Euro Ersparnis.

Bodenbeläge: Kosten nach Material

Neue Böden verändern den Charakter einer Wohnung sofort. Die Kosten pro Quadratmeter inklusive Verlegung:

  • Laminat verlegen: 25 bis 50 Euro pro m²
  • Vinylboden (Klick-System): 30 bis 60 Euro pro m²
  • Parkett (Fertigparkett): 50 bis 90 Euro pro m²
  • Massivparkett schleifen und versiegeln: 35 bis 55 Euro pro m²
  • Fliesen (Standardformat): 55 bis 90 Euro pro m² (Material + Verlegung)
  • Estrich erneuern (falls nötig): 25 bis 45 Euro pro m²

Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung mit neuem Vinylboden in allen Räumen rechne mit 2.500 bis 5.000 Euro. Bei hochwertigem Parkett steigt der Betrag auf 4.000 bis 7.500 Euro. Detaillierte Fliesenleger-Preise findest du in unserem Ratgeber Was kostet ein Fliesenleger?.

Elektrik: Vom Steckdosentausch bis zur Kompletterneuerung

Die Elektrik gehört zu den teuersten Posten einer Renovierung, wird aber oft unterschätzt. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung:

  • Steckdosen und Schalter erneuern (optisch): 500 bis 1.200 Euro
  • Zusätzliche Steckdosen setzen (6 bis 10 Stück): 600 bis 1.800 Euro
  • Sicherungskasten modernisieren: 600 bis 1.600 Euro
  • Komplette Elektroinstallation erneuern: 6.000 bis 14.000 Euro
  • Smart-Home-Grundausstattung (Licht, Jalousien): 1.500 bis 4.000 Euro

Bei Altbauwohnungen mit Installationen vor 1980 ist eine Kompletterneuerung oft sinnvoll und aus Sicherheitsgründen empfehlenswert. Alte Aluminiumleitungen, fehlende FI-Schutzschalter und überlastete Stromkreise sind typische Probleme. Einen detaillierten Überblick bietet unser Ratgeber Was kostet ein Elektriker?.

Badezimmer: Der teuerste Raum

Das Bad ist pro Quadratmeter der teuerste Raum in der Wohnung. Die Kosten für ein 6 bis 8 Quadratmeter großes Badezimmer:

  • Kosmetische Auffrischung (Armaturen, Spiegel, Zubehör): 800 bis 2.000 Euro
  • Teilrenovierung (Sanitärobjekte tauschen, Wände streichen): 4.000 bis 8.000 Euro
  • Komplettsanierung (alles raus, alles neu): 12.000 bis 22.000 Euro
  • Luxussanierung (bodengleiche Dusche, Markenkeramik, Fußbodenheizung): 18.000 bis 35.000 Euro

Die größten Kostentreiber im Bad sind Sanitärobjekte und Fliesen. Zwischen einem einfachen Dusch-Set für 400 Euro und einer bodengleichen Regendusche mit Echtglaskabine für 3.500 Euro liegt ein enormer Preisunterschied. Ausführliche Details findest du in unserem Ratgeber Bad renovieren: Kosten und Ablauf.

Küche: Vom Aufpeppen bis zum Neubau

Küchenrenovierungen sind sehr variabel — von der einfachen Auffrischung bis zur komplett neuen Einbauküche:

  • Fronten tauschen oder folieren: 1.000 bis 3.000 Euro
  • Arbeitsplatte erneuern (Schichtstoff): 300 bis 800 Euro
  • Arbeitsplatte Naturstein/Keramik: 1.500 bis 4.000 Euro
  • Neue Einbauküche (Mittelklasse, montiert): 5.000 bis 12.000 Euro
  • Hochwertige Maßküche vom Tischler: 10.000 bis 25.000 Euro

Die Küchenmontage durch einen Tischler kostet 800 bis 2.000 Euro. Sanitär- und Elektroanschlüsse werden separat berechnet. Mehr zu Tischler-Preisen in unserem Ratgeber Was kostet ein Tischler?.

Fenster und Türen

Alte Fenster und Innentüren austauschen verbessert Optik, Wärmedämmung und Schallschutz:

  • Innentür mit Zarge, montiert: 250 bis 600 Euro pro Stück
  • 6 Innentüren komplett: 1.500 bis 3.600 Euro
  • Fenster austauschen (Kunststoff, Dreifachverglasung): 500 bis 800 Euro pro Stück
  • 8 Fenster komplett inkl. Einbau: 4.500 bis 7.500 Euro

Für den Fensteraustausch gibt es attraktive KfW-Förderungen. Alles dazu in unserem Ratgeber Fenster austauschen: Kosten und Förderung.

Renovierung richtig planen: 5 Tipps

1. Reihenfolge der Gewerke einhalten

Die richtige Reihenfolge spart Geld und verhindert Schäden:

  1. Abriss und Rohbau
  2. Elektrik und Sanitär (Leitungen unter Putz)
  3. Putz- und Trockenbauarbeiten
  4. Estrich und Bodenaufbau
  5. Fliesen
  6. Malerarbeiten
  7. Bodenbeläge (außer Fliesen)
  8. Endmontage (Steckdosen, Schalter, Armaturen, Leuchten)

2. Budget mit Puffer planen

Rechne bei Altbauten immer 15 bis 20 Prozent Puffer auf das Gesamtbudget ein. Überraschungen wie feuchte Wände, marode Leitungen oder asbesthaltige Materialien kommen häufig vor und lassen sich im Voraus nicht immer erkennen.

3. Mehrere Angebote pro Gewerk einholen

Hole dir für jedes Gewerk mindestens drei Angebote ein. Die Preisunterschiede zwischen Betrieben liegen regelmäßig bei 15 bis 30 Prozent — bei identischer Leistung.

4. Gewerke koordinieren

Ein einzelner Bauleiter oder Generalunternehmer, der alle Gewerke koordiniert, kostet zwar 10 bis 15 Prozent Aufschlag, spart aber Nerven und oft auch Geld, weil Leerlaufzeiten vermieden werden.

5. Eigenleistung realistisch einschätzen

Malerarbeiten, Tapezieren und einfache Demontagearbeiten können Heimwerker selbst übernehmen. Elektrik, Sanitär und Fliesenarbeiten sollten immer vom Fachbetrieb ausgeführt werden — Fehler hier werden teuer und teilweise gefährlich.

Steuerliche Vorteile nutzen

Renovierungskosten in der eigenen Wohnung kannst du als haushaltsnahe Handwerkerleistung steuerlich geltend machen: 20 Prozent der Arbeitskosten, maximal 1.200 Euro Steuerermäßigung pro Jahr. Materialkosten sind nicht absetzbar. Achte darauf, dass die Rechnung die Arbeitskosten separat ausweist und du per Überweisung zahlst — Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Fazit

Eine Wohnungsrenovierung ist ein komplexes Projekt, bei dem viele Gewerke zusammenspielen. Plane sorgfältig, halte die richtige Reihenfolge ein und vergleiche Angebote konsequent. Der günstigste Anbieter ist nicht immer die beste Wahl — achte auf Erfahrung, transparente Kalkulation und gute Referenzen.

Nutze unsere Kostenrechner für Malerarbeiten und Bad-Renovierung, um die Kosten für dein Projekt vorab zu berechnen.

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