Kosten-Guides · · 8 Min. Lesezeit

Was kostet ein Dachdecker? Preise pro m² und Richtwerte 2026

Alle Dachdecker-Kosten im Überblick: Stundensätze, Neueindeckung, Sanierung mit Dämmung und Komplettsanierung. Mit Materialvergleich und BAFA-Förderung.

Das Dach ist einer der teuersten Posten am Haus — und gleichzeitig der wichtigste Schutz gegen Witterung und Wärmeverlust. Ob Neueindeckung, Reparatur oder Komplettsanierung mit Dämmung: Die Kosten für einen Dachdecker hängen von vielen Faktoren ab. In diesem Ratgeber findest du alle aktuellen Richtwerte für 2026, einen Materialvergleich und Hinweise zur BAFA-Förderung.

Stundensatz: Was kostet ein Dachdecker pro Stunde?

Der Stundensatz eines Dachdeckers liegt in Deutschland 2026 typischerweise zwischen 55 und 85 Euro netto. Meisterbetriebe mit Spezialisierung auf Schiefer oder Flachdachabdichtung berechnen häufig am oberen Ende dieser Spanne. Zum Arbeitslohn kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu.

Zusätzlich zum reinen Stundensatz fallen an:

  • Anfahrtskosten: 30 bis 70 Euro pauschal, abhängig von der Entfernung
  • Gerüstkosten: Werden separat berechnet und sind einer der größten Nebenposten
  • Entsorgung von Altmaterial: Dachziegel, Bitumenbahnen und Dämmstoffe verursachen Entsorgungskosten von 10 bis 25 Euro pro Quadratmeter
  • Dachdurchdringungen: Kamin, Dachfenster und Lüftungsrohre erhöhen den Aufwand pro Stück um 150 bis 500 Euro

Gerüstkosten nicht vergessen

Ohne Gerüst geht bei Dacharbeiten fast nichts. Die Gerüstmiete liegt bei 6 bis 12 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche und wird üblicherweise für vier bis sechs Wochen berechnet. Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Fassadenfläche sind das 720 bis 1.440 Euro nur für das Gerüst. Einige Dachdeckerbetriebe bringen eigenes Gerüst mit, andere beauftragen einen Gerüstbauer. Frage gezielt danach, ob die Gerüstkosten im Angebot enthalten sind.

Neueindeckung: Kosten pro Quadratmeter

Wenn die Dachkonstruktion intakt ist und nur die Eindeckung erneuert werden muss, liegen die Kosten bei 75 bis 130 Euro pro Quadratmeter inklusive Lattung, Material und Arbeit. Die Spanne hängt stark vom gewählten Material ab.

Materialvergleich Dachziegel

MaterialPreis pro m² (inkl. Verlegung)LebensdauerBesonderheiten
Betondachsteine75 – 95 €30 – 40 JahrePreisgünstig, schwer, große Farbauswahl
Tondachziegel90 – 120 €50 – 80 JahreKlassiker, langlebig, natürliche Optik
Schiefer120 – 200 €80 – 100+ JahrePremium-Material, aufwendige Verlegung
Metalldach (Zink/Alu)100 – 160 €40 – 60 JahreLeicht, wartungsarm, modern
Bitumenschindeln40 – 60 €15 – 25 JahreGünstig, eher für Nebengebäude

Betondachsteine sind die günstigste Option für eine langlebige Eindeckung. Wer auf jahrzehntelange Haltbarkeit setzt, greift zu Tondachziegeln oder Schiefer — letzterer lohnt sich besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden.

Dachsanierung mit Dämmung: 170 bis 280 Euro pro m²

Wenn das Dach nicht nur neu eingedeckt, sondern auch gedämmt werden soll, steigen die Kosten deutlich. Eine Aufsparrendämmung ist die effektivste Variante, kostet aber auch am meisten. Eine Zwischensparrendämmung ist günstiger, kann aber thermisch nicht ganz mithalten.

  • Zwischensparrendämmung (Mineralwolle/Holzfaser): 170 bis 220 Euro pro m² inklusive Eindeckung
  • Aufsparrendämmung (PUR/PIR-Platten): 220 bis 280 Euro pro m² inklusive Eindeckung
  • Untersparrendämmung (Ergänzung): Zusätzlich 15 bis 35 Euro pro m²

Bei einem Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Dachfläche und Aufsparrendämmung ergibt das Gesamtkosten von 22.000 bis 28.000 Euro — ohne Gerüst.

Wann lohnt sich die Dämmung?

Bei einem Dach, das vor 1990 gebaut und seither nicht gedämmt wurde, geht bis zu 30 Prozent der Heizenergie über das Dach verloren. Die Amortisation einer Dachsanierung mit Dämmung liegt bei 12 bis 18 Jahren — mit Förderung deutlich schneller.

Komplettsanierung: 350 bis 700 Euro pro m²

Eine Komplettsanierung umfasst neben Eindeckung und Dämmung auch die Erneuerung der Dachkonstruktion, also Sparren, Pfetten und Tragwerk. Typische Gründe sind Schäden durch Feuchtigkeit, Holzwurm oder statische Mängel. Die Kosten liegen dann bei 350 bis 700 Euro pro Quadratmeter.

Für ein Einfamilienhaus mit 100 Quadratmetern Dachfläche ergibt das:

  • Untere Spanne: 35.000 Euro (einfache Konstruktion, Betondachsteine, Zwischensparrendämmung)
  • Mittlere Spanne: 50.000 Euro (Tondachziegel, Aufsparrendämmung, Dachfenster)
  • Obere Spanne: 70.000 Euro (Schiefer, komplexe Dachform, Gauben, Dachterrasse)

In dieser Preisklasse ist ein Statiker fast immer notwendig. Die Kosten für das Statik-Gutachten liegen bei 500 bis 1.500 Euro, die sich langfristig durch eine korrekt dimensionierte Konstruktion auszahlen.

BAFA-Förderung für die Dachsanierung

Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst das BAFA die Dachsanierung mit Dämmung als Einzelmaßnahme mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Wird ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) erstellt, erhöht sich der Zuschuss auf 20 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohneinheit gedeckelt.

Wichtige Voraussetzungen:

  • Der U-Wert der neuen Dämmung muss maximal 0,14 W/(m²K) erreichen
  • Die Arbeiten müssen von einem Fachbetrieb ausgeführt werden
  • Ein Energieberater muss die Maßnahme begleiten (Kosten: 300 bis 800 Euro, ebenfalls förderfähig)
  • Der Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden

Bei einer Dachsanierung mit Dämmung im Wert von 25.000 Euro spart die BAFA-Förderung somit 3.750 bis 5.000 Euro. Nutze den Dach-Sanierungsrechner auf MeinHandwerker, um die Förderung für dein konkretes Projekt zu berechnen.

So sparst du bei der Dachsanierung

  • Mehrere Angebote einholen: Hole mindestens drei detaillierte Angebote ein. Die Preisunterschiede bei Dachdeckern sind regional enorm.
  • Außerhalb der Saison beauftragen: Im Winter und zeitigen Frühjahr sind Dachdecker besser verfügbar und teilweise günstiger.
  • Eigenleistung bei der Entsorgung: Alte Dachziegel selbst zum Wertstoffhof bringen spart 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter.
  • Förderung kombinieren: BAFA-Zuschuss plus steuerliche Absetzbarkeit nach §35a EStG ergeben das Maximum an Ersparnis. Beides gleichzeitig ist allerdings nicht möglich — entscheide dich für den höheren Vorteil.

Fazit: Das Dach ist eine Investition in Jahrzehnte

Dacharbeiten sind teuer, aber sie schützen dein Haus für die nächsten 30 bis 80 Jahre. Wer billig kauft, zahlt durch frühzeitige Reparaturen doppelt. Achte auf einen eingetragenen Meisterbetrieb, detaillierte Angebote mit Materialangaben und eine saubere Dokumentation der Dämmwerte.

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