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Was kostet ein Zimmerer? Preise für Holzbau und Dachstuhl 2026

Aktuelle Zimmerer-Kosten in Deutschland: Stundensätze, Preise für Dachstuhl, Carport, Holzterrasse und Holzfassade. Mit Materialvergleich und Spartipps.

Du planst einen Dachstuhl, einen Carport oder eine Holzterrasse und fragst dich, was ein Zimmerer kostet? Die Preise im Holzbau hängen von der Holzart, der Konstruktion und dem regionalen Preisniveau ab. Dieser Ratgeber gibt dir einen vollständigen Überblick über die aktuellen Zimmerer-Kosten 2026 in Deutschland — mit konkreten Richtwerten für die häufigsten Aufträge.

Stundensatz: Was kostet ein Zimmerer pro Stunde?

Der Stundensatz eines Zimmereibetriebs liegt 2026 in Deutschland zwischen 50 und 80 Euro netto. Meisterbetriebe in Ballungsräumen berechnen häufig 65 bis 80 Euro, während kleinere Betriebe in ländlichen Regionen oft zwischen 50 und 60 Euro arbeiten. Dazu kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gewerken rechnen Zimmerer bei größeren Projekten häufig nach Festpreis oder nach Quadratmetern ab. Der Stundenlohn kommt vor allem bei Reparaturen, Anpassungsarbeiten und kleineren Aufträgen zum Einsatz.

Nebenkosten im Zimmererhandwerk

Neben dem reinen Arbeitslohn fallen diese Positionen an:

  • Anfahrtskosten: 30 bis 70 Euro pauschal oder im Quadratmeterpreis enthalten
  • Material: Je nach Holzart und Konstruktion der größte Kostenfaktor
  • Krankosten: Für Dachstühle und große Konstruktionen oft 500 bis 1.500 Euro für einen Tageskran
  • Abbund: Die Vorfertigung der Holzverbindungen — maschinell (CNC) oder traditionell von Hand

Dachstuhl: Kosten für Neubau und Sanierung

Der Dachstuhl ist das Kerngeschäft des Zimmerers. Die Kosten hängen stark von der Dachform, der Spannweite und dem gewählten Holz ab.

Kosten pro Quadratmeter Dachfläche

  • Einfacher Satteldach-Stuhl: 80 bis 120 Euro pro m²
  • Walmdach oder Krüppelwalm: 100 bis 150 Euro pro m²
  • Pultdach: 70 bis 110 Euro pro m²
  • Dachstuhl mit Gaube: Aufpreis 3.000 bis 8.000 Euro pro Gaube

Für ein Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Dachfläche liegen die Gesamtkosten für den Dachstuhl bei 10.000 bis 18.000 Euro inklusive Material und Montage. Der Abbund — also das passgenaue Zuschneiden und Verbinden der Hölzer — macht etwa 30 bis 40 Prozent der Kosten aus.

CNC-Abbund vs. Handabbund

Moderne Zimmereibetriebe arbeiten überwiegend mit CNC-Abbundanlagen. Der maschinelle Abbund ist schneller und günstiger, bietet millimetergenaue Präzision und eignet sich für Standardkonstruktionen. Der traditionelle Handabbund kostet 20 bis 40 Prozent mehr, ist aber bei historischen Gebäuden, Sichtdachstühlen oder individuellen Konstruktionen oft die bessere Wahl.

Carport bauen: Was kostet ein Carport vom Zimmerer?

Ein Carport vom Zimmerer ist eine langlebige Alternative zur Fertigbauweise. Die Kosten variieren je nach Größe und Ausführung:

  • Einzel-Carport (3 x 6 m): 3.000 bis 5.500 Euro
  • Doppel-Carport (6 x 6 m): 5.000 bis 8.000 Euro
  • Carport mit Abstellraum: 6.000 bis 12.000 Euro

In diesen Preisen sind Material, Abbund und Montage enthalten. Fundamente, Baugenehmigung und Dacheindeckung kommen gegebenenfalls hinzu. Ein individuell geplanter Carport vom Zimmerer kostet mehr als ein Bausatz, ist aber optisch ansprechender und auf das Grundstück abgestimmt.

Holzterrasse: Kosten pro Quadratmeter

Eine professionell verlegte Holzterrasse kostet inklusive Unterkonstruktion und Material 100 bis 200 Euro pro Quadratmeter. Der Preis hängt stark von der Holzart ab:

  • Douglasie oder Lärche: 100 bis 140 Euro pro m²
  • Thermoesche oder Thermokiefer: 130 bis 170 Euro pro m²
  • Bangkirai oder Cumaru (Tropenholz): 150 bis 200 Euro pro m²

Für eine Terrasse von 25 Quadratmetern ergeben sich Gesamtkosten von 2.500 bis 5.000 Euro. Die Unterkonstruktion macht etwa 30 Prozent der Kosten aus und ist entscheidend für die Haltbarkeit.

Holzfassade: Kosten und Materialwahl

Eine Holzfassade vom Zimmerer kostet 60 bis 130 Euro pro Quadratmeter inklusive Unterkonstruktion und Montage. Die Preisunterschiede ergeben sich vor allem aus der Holzart und der Profilierung:

  • Fichte unbehandelt: 60 bis 80 Euro pro m²
  • Lärche natur oder vorvergraut: 80 bis 110 Euro pro m²
  • Eiche oder Thermoholz: 100 bis 130 Euro pro m²

Bei einer Fassadenfläche von 100 Quadratmetern liegen die Gesamtkosten bei 6.000 bis 13.000 Euro. Dazu kommt eventuell ein Gerüst, falls die Fassade höher als drei Meter reicht.

Materialvergleich: Fichte, Lärche oder Eiche?

Die Holzart beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch die Haltbarkeit und den Pflegeaufwand:

Fichte ist das günstigste Bauholz und wird für die meisten Dachstühle und verkleideten Konstruktionen verwendet. Ohne Schutzbehandlung ist Fichte im Außenbereich nur begrenzt haltbar.

Lärche bietet ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für den Außenbereich. Sie ist von Natur aus witterungsbeständiger und entwickelt unbehandelt eine silbergraue Patina. Für Terrassen, Fassaden und Carports ist Lärche die beliebteste Wahl.

Eiche ist das hochwertigste heimische Bauholz — extrem dauerhaft, hart und optisch ansprechend. Sie wird vor allem bei Sichtdachstühlen, repräsentativen Fassaden und im Fachwerk eingesetzt. Der Preis liegt etwa doppelt so hoch wie bei Fichte.

Zimmerer oder Dachdecker — wer macht was?

Die Abgrenzung zwischen Zimmerer und Dachdecker sorgt oft für Verwirrung. Als Faustregel gilt: Der Zimmerer baut die tragende Holzkonstruktion — also Dachstuhl, Sparren, Pfetten und Kehlbalken. Der Dachdecker übernimmt die Eindeckung mit Ziegeln, Schiefer oder Blech sowie die Abdichtung.

In der Praxis bieten viele Zimmereibetriebe beide Leistungen aus einer Hand an. Das spart Koordinationsaufwand und kann günstiger sein als zwei getrennte Betriebe. Frage bei der Angebotseinholung nach, ob der Zimmerer auch die Dacheindeckung übernimmt.

Angebote vergleichen und Kosten sparen

Hole dir immer mindestens drei Angebote ein und achte auf folgende Punkte:

  1. Holzart und Qualität: Ist die Holzart klar benannt? Welche Sortierklasse wird verwendet? Bei tragenden Konstruktionen ist mindestens S10 (C24) vorgeschrieben.

  2. Abbund-Art: Wird maschinell oder von Hand abgebunden? Bei Sichtkonstruktionen lohnt sich die Nachfrage.

  3. Krankosten: Sind sie im Angebot enthalten oder kommen sie extra? Ein Tageskran kann 500 bis 1.500 Euro kosten.

  4. Statik und Planung: Ist die statische Berechnung im Preis enthalten? Bei größeren Projekten ist ein Statiker Pflicht.

  5. Steuerlich absetzen: Zimmererarbeiten an der eigenen Immobilie gelten als haushaltsnahe Handwerkerleistung. Du kannst 20 Prozent der Arbeitskosten absetzen — maximal 1.200 Euro pro Jahr.

Fazit

Ein Zimmerer vereint traditionelles Handwerk mit moderner Technik. Die Kosten variieren stark nach Projekt und Holzart, aber mit detaillierten Angeboten und einem klaren Leistungsvergleich findest du den richtigen Betrieb zum fairen Preis.

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